
Eine große US-amerikanische Studie mit mehr als 1,6 Millionen Operationen hat untersucht, ob lange Arbeitszeiten von Anästhesiologinnen und Anästhesiologen die Patientensicherheit beeinflussen. Als „verlängerte Arbeitsphase“ galt dabei ein Dienst von mindestens 16 Stunden ohne Unterbrechung vor Beginn einer Operation.
Das Hauptergebnis der Studie zeigte zwar keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Kombination aus Krankenhaussterblichkeit und schweren Komplikationen. Dennoch deuteten mehrere zusätzliche Analysen darauf hin, dass das Risiko mit zunehmender Arbeitsdauer leicht ansteigen könnte.
Besonders auffällig war, dass bereits ab einer Arbeitszeit von zwölf Stunden ein um 1,1 Prozent erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen oder Tod festgestellt wurde. Auch die Krankenhaussterblichkeit lag bei verlängerten Arbeitsphasen höher (1,3 % gegenüber 1,0 % bei regulären Arbeitszeiten).
Die Forschenden betonen, dass die absoluten Unterschiede zwar klein erscheinen, aber dennoch klinisch relevant sind. Da schwere Komplikationen und Todesfälle nach Operationen insgesamt relativ selten auftreten, kann bereits ein geringer zusätzlicher Risikoanstieg viele Patientinnen und Patienten betreffen.
Die Studie legt daher nahe, dass Ermüdung durch lange Schichten die Behandlungsqualität beeinträchtigen könnte. Eine Begrenzung der Arbeitszeiten von Anästhesiologinnen und Anästhesiologen könnte nach Ansicht der Forschenden dazu beitragen, die Patientensicherheit weiter zu verbessern.
Quellen/Referenzen:
https://www.aerzteblatt.de/news/lange-schichten-in-der-anasthesiologie-konnten-patientensicherheit-gefahrden
