Cannabinoide als Chance den Opioidverbrauch zu reduzieren (aerztezeitung.de)

Cannabisbasierte Arzneimittel könnten bei einzelnen Menschen mit chronischen Schmerzen dazu beitragen, die benötigte Opioidmenge zu senken. Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin verweisen auf Beobachtungsstudien, in denen Opioide teilweise deutlich reduziert oder abgesetzt wurden. Diese Ergebnisse belegen jedoch nicht, dass Cannabinoide Opioide allgemein ersetzen können. Die Datenlage ist noch uneinheitlich, und die Behandlung muss individuell beurteilt werden. Ein möglicher Nutzen zeigt sich nicht immer nur als niedrigerer Wert auf der Schmerzskala. Verbesserungen von Schlaf, Stimmung und Alltagsfunktionen können ebenfalls bedeutsam sein.

Deshalb sollten vor Beginn konkrete Behandlungsziele vereinbart und Veränderungen nachvollziehbar dokumentiert werden. Vorsicht ist wegen möglicher Wechselwirkungen geboten. Genannt werden unter anderem Clobazam, Tacrolimus und Warfarin; Ketoconazol, Rifampicin und Johanniskraut können den Abbau von THC beeinflussen. Eine langsame Dosissteigerung und die ärztliche Kontrolle sollen Nebenwirkungen begrenzen. Die Quelle empfiehlt zudem die orale Anwendung vor einer inhalativen Zufuhr, weil der Wirkstoff langsamer im Zentralnervensystem anflutet.

Für eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung müssen weiterhin die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören eine schwerwiegende Erkrankung und fehlende geeignete Behandlungsalternativen. Auch wenn bestimmte Facharztgruppen ohne vorherigen Kassenantrag verordnen dürfen, bleibt eine sorgfältige Dokumentation wichtig. Opioide oder andere Medikamente dürfen nicht eigenständig reduziert oder abgesetzt werden. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.

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Der Artikel erschien zuerst auf aerztezeitung.de

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