Cannabis gegen Schmerzen Nebenwirkungen und Kontraindikationen (aerztezeitung.de)

Cannabinoide können in der Schmerzmedizin als zusätzliche Behandlung eingesetzt werden. Die beste Evidenz besteht laut der Praxisleitlinie der Deutschen Schmerzgesellschaft bei neuropathischen Schmerzen. Auch Menschen mit CRPS können neuropathische Schmerzanteile haben. Ob ein cannabinoidhaltiges Arzneimittel im Einzelfall geeignet ist, muss jedoch ärztlich geprüft werden; eine allgemeine Therapieempfehlung für CRPS ergibt sich daraus nicht.

Zu Beginn der Behandlung und nach Dosisänderungen können Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Reaktionsfähigkeit, Feinmotorik und Koordination beeinträchtigt sein. Möglich sind außerdem Angst, Unruhe, Panikattacken, Verwirrtheit, Halluzinationen, Müdigkeit und Schläfrigkeit. Als körperliche Nebenwirkungen werden unter anderem Mundtrockenheit, Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Veränderungen des Herzschlags, Blutdruckabfall, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden genannt. Gegenanzeigen bestehen insbesondere bei schweren psychiatrischen Erkrankungen, Suchterkrankungen in der Vorgeschichte sowie während Schwangerschaft und Stillzeit. Für Kinder und Jugendliche gilt eine relative Gegenanzeige.

Da Cannabinoide über das Cytochrom-P450-Enzymsystem abgebaut werden, sind Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln möglich. Dämpfende Substanzen wie Benzodiazepine, Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel können Müdigkeit sowie Einschränkungen von Konzentration, Koordination und Reaktionsfähigkeit verstärken. Betroffene sollten deshalb alle Medikamente und pflanzlichen Präparate angeben, die Behandlung nicht eigenständig verändern und neue Beschwerden zeitnah mit der behandelnden Praxis oder Apotheke besprechen. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.

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Der Artikel erschien zuerst auf aerztezeitung.de

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